Welche Gefahren lauern – und wen sie treffen
Für Millionen von Französinnen und Franzosen ist das Smartphone ein alltägliches Hilfsmittel. Die Bedrohung durch Cyberkriminalität wächst jedoch stetig. Anssi und das Computer Emergency Response Team France (CERT-FR) warnen, dass die verstärkte Nutzung von Mobiltelefonen „zu einer wachsenden Bedrohung“ führt. Angriffe kommen von Cyberkriminellen, Betreibern gefälschter Wi‑Fi‑Hotspots und Akteuren, die Man‑in‑the‑Middle‑Positionierung nutzen, um sensible Daten abzufangen oder zu manipulieren.
Viele Attacken zielen darauf ab, über Wi‑Fi‑Netzwerke Zugriff auf Geräte zu bekommen. Solche Angriffe können in Erpressung, Identitätsdiebstahl oder Spionage enden. Besonders tückisch sind gefälschte Wi‑Fi‑Zugangspunkte, die mit Social‑Engineering‑Tricks Nutzer zur Verbindung mit bösartigen Netzwerken locken. Angreifer sammeln Anmeldeinformationen, leiten Nutzer auf Phishing‑Seiten um oder injizieren Schadcode, um das Gerät zu kompromittieren.
Technik dahinter und was man tun sollte
Der Bericht von Anssi nennt Mobilfunknetze, Wi‑Fi, Bluetooth und NFC als die Hauptverbindungswege, die ein Risiko darstellen. Android und iOS, die beiden verbreiteten Betriebssysteme, können durch heruntergeladene Apps und laufende Prozesse im Speicher (sogenannte “in‑memory Malware”) verwundbar werden. Solche Schwachstellen lassen sich teils ohne jegliche Nutzerinteraktion ausnutzen.
Anssi empfiehlt dringend, Smartphones regelmäßig vollständig herunterzufahren, statt nur neu zu starten. Ein komplettes Ausschalten beendet alle Prozesse und entfernt Software, die nur im Arbeitsspeicher liegt. Auf keinen Fall sollte man auf Links oder Anhänge in unerwarteten Nachrichten (E‑Mails oder SMS) klicken. Wi‑Fi und Bluetooth sollte man ausschalten, wenn man sie nicht braucht — das reduziert das Risiko deutlich. Bei iOS‑Geräten sollte Wi‑Fi in den Einstellungen (nicht nur im Kontrollzentrum) deaktiviert werden, damit die Schnittstelle wirklich abgeschaltet ist. Öffentliche Wi‑Fi‑Netze sollte man meiden; wenn das nicht geht, bietet ein VPN zusätzlichen Schutz.
Was CERT‑FR macht und warum Updates wichtig sind
Die CERT‑FR (erreichbar unter cert-fr@ssi.gouv.fr) bzw. die Telefonnummern 3218 (kostenloser Dienst plus Kosten des Anrufs) und +33 (0) 9 70 83 32 18 unterstützt unter anderem bei der Wiederherstellung nach einem Angriff. Regelmäßige Updates der Betriebssysteme sind eine weitere Schutzmaßnahme, die man nicht ignorieren sollte. Diese Aktualisierungen schließen bekannte Sicherheitslücken und schützen Geräte vor neu entdeckten Bedrohungen.
Angesichts dieser Gefahren lohnt es sich, die verfügbaren Sicherheitsmaßnahmen zu kennen. Das vollständige Ausschalten des Geräts, kritisches Prüfen neuer Nachrichten und vorsichtiger Umgang mit öffentlichen Netzwerken sind keine Übervorsicht, sondern sinnvolle Schritte zum Schutz privater und beruflicher Daten.
Man sollte nicht nur an die Wartung der Geräte denken, sondern auch an den Schutz der Informationen und die Wahrung der Privatsphäre. Ein einfaches Ausschalten kann manchmal der effektivste Schritt sein, um den Bedrohungen der digitalen Welt zu begegnen. Denk daran, wenn du das nächste Mal dein Smartphone in die Hand nimmst — eine kleine Geste mit potenziell großem Nutzen für die eigene Sicherheit.