Was Tel Azeka damit zu tun hat
Der Fundort ist der archäologische Hügel Tel Azeka, etwa 30 km von Jerusalem entfernt. Die Stätte ist historisch bedeutsam und wird in der Bibel erwähnt (man verbindet sie traditionell mit der Schlacht zwischen David und Goliath). Tel Azeka ist ein bekannter Siedlungshügel mit vielen Besiedlungsschichten über Tausende von Jahren. Die Mittel- und Spätbronzezeit war eine besonders blühende Periode für diese Region, betont der Leiter der Ausgrabung, Professor Oded Lipschits von der Universität Tel Aviv. Laut Lipschits florierte in diesen Zeiten eine der wichtigsten Städte Judäas genau hier.
Das junge Mädchen, Ziv, entdeckte das ungewöhnliche Objekt, als sie über einen Stein stolperte, der anders aussah als die anderen am Weg. Ihr Bruder Omer erinnert sich: „Sie bückte sich und hob ihn auf. Als sie ihn abbürstete und den Sand entfernte, sahen wir, dass es etwas anderes war.“
Warum der Fund auffällt
Der bei Tel Azeka gefundene Skarabäus wurde von den Behörden als antikes kanaanäisches Amulett eingeordnet. (Ein Skarabäus ist ein für Ägypten typisches Siegel in Form eines Käfers.) Solche Objekte stammen ursprünglich aus Ägypten, dienten als Siegel und Amulette und tauchen häufig in Gräbern, öffentlichen Gebäuden oder Privathäusern auf. Dr. Daphna Ben-Tor, Expertin für antike Relikte, erklärt, dass Skarabäen oft Symbole und Botschaften tragen, die religiöse Überzeugungen oder den Status des Besitzers widerspiegeln. Untersuchungen ergaben, dass das Amulett aus der Mittelbronzezeit stammt und einen besonders engen kulturellen Austausch zwischen Kanaan und Ägypten belegt.
Dass die Familie den Fund zufällig machte, ist in der Archäologie eher selten, weil solche Objekte normalerweise bei kontrollierten Ausgrabungen ans Licht kommen. Eli Escusido, Direktor der Israelischen Antikenbehörde, lobt Ziv und ihre Familie dafür, dass sie den Fund der Nationalen Schatzkammer des Staates Israel übergeben haben. „Dank ihr wird jeder ihn sehen und genießen können“, sagt Escusido.
Ausstellung und kulturelle Bedeutung
Das Amulett wird zusammen mit anderen herausragenden Funden in einer Sonderausstellung gezeigt. Zum ersten Mal werden bedeutende Objekte wie pharaonische Siegel, ägyptische Statuen und rituelle Gefäße, die den ägyptischen Kultureinfluss in Israel dokumentieren, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die kulturelle Bedeutung dieser Entdeckungen ist groß, weil sie die engen Verbindungen und Einflüsse zwischen Kanaan und Ägypten in der Antike veranschaulichen.
Diese Entdeckung lädt die Öffentlichkeit nicht nur ein, ein altes Stück Geschichte zu sehen, sondern regt auch dazu an, die historische Wichtigkeit solcher Artefakte und die Zusammenarbeit zwischen Kulturen zu würdigen. Jedes dieser Objekte erzählt seine eigene Geschichte und beleuchtet eine längst vergangene, aber weit verzweigte Kultur.