Der Flugzeugträger USS John F. Kennedy, auch bekannt als “Big John”, spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte der United States Navy. CV-67, wie er offiziell genannt wurde (Rumpfnummer), wurde am 7. September 1968 in Dienst gestellt. Mit einer Länge von 320 Metern und der Fähigkeit, bis zu 90 Flugzeuge und Hubschrauber zu tragen, war er ein sichtbares Zeichen militärischer Präsenz auf den Weltmeeren.
Was sie auf See geleistet hat
In fast 39 Jahren aktiven Dienstes war die John F. Kennedy bei mehreren bedeutenden Einsätzen dabei. Während des Kalten Krieges fuhr sie Patrouillen rund um den Globus, und während der libyschen Krise in den 1980er Jahren zeigte sie Präsenz im Mittelmeer. Sie war außerdem in der Operation Desert Storm 1991 im Irak und in Kuwait eingesetzt. Nach den Anschlägen vom 11. September nahm der Träger an Missionen zur globalen Sicherheit teil, bevor er am 1. August 2007 außer Dienst gestellt wurde.
Danach: Ruhe und Pläne
Nach der Außerdienststellung blieb die John F. Kennedy als Reserveschiff erhalten. Mehrere Initiativen, sie als Museumsschiff zu erhalten, scheiterten jedoch. An Bord fanden sich gefährliche Materialien wie Asbest und Bleilack, deren Entfernung sehr teuer geworden wäre. Hinzu kamen hohe jährliche Kosten für Wartung und Instandhaltung. Der Mangel an finanziellen Mitteln und die Schwierigkeiten, einen passenden öffentlichen Liegeplatz zu finden, führten schließlich dazu, dass das Museumsprojekt nicht umgesetzt werden konnte.
Wie es zur Verschrottung kam
Im Jahr 2021 wurden Pläne bekannt, das Schiff zu verschrotten. Am 16. Januar 2025 verließ sie die Wartungseinrichtung der US Navy in Philadelphia mit Ziel Brownsville, Texas, wo die International Shipbreaking mit der Verschrottung beauftragt wurde. Die Arbeiten sind derzeit halb abgeschlossen, das Schiff liegt aber noch in Brownsville. Es gab Überlegungen, einzelne Teile wie den Flaggenmast oder Schiffsglocken möglicherweise auf Plattformen wie eBay zu versteigern, bisher ist das jedoch nicht geschehen.
Die nächste Generation: USS John F. Kennedy CVN-79
Der Namensnachfolger, die zweite USS John F. Kennedy (CVN-79), wurde bereits im Jahr 2019 getauft. Die eigentlich für ein früheres Jahr geplante Indienststellung verzögert sich wegen Papierkram für neue Systeme an Bord und wird nun für März 2027 erwartet. Angetrieben von zwei neuen A1B-Atomreaktoren, wird das Schiff sowohl bemannte Flugzeuge wie die F-35C Stealth-Flugzeuge als auch unbemannte Systeme wie die MQ-25 Tankdrohnen betreiben können.
Was bleibt
Trotz ihrer Verschrottung bleibt die USS John F. Kennedy ein bedeutsames Kapitel der Marinegeschichte. Ihre Dienstzeit steht für technischen Fortschritt und die Anpassungsfähigkeit maritimer Streitkräfte und macht zugleich die Schwierigkeiten deutlich, solche Schiffe nach dem aktiven Dienst zu erhalten. Die Geschichte wirft Fragen über die hohen Kosten und den Aufwand auf, die mit der Pflege historischen Erbes im modernen Rahmen verbunden sind, und regt dazu an, zu überlegen, wie dieses Erbe für kommende Generationen bewahrt werden kann.