Microsoft ändert Windows, um Nutzer vom Herunterladen von Google Chrome abzuhalten

Microsoft sorgt wieder für Gesprächsstoff: Angeblich gibt es ein Windows-Update, das Nutzer davon abhalten soll, Google Chrome herunterzuladen. Das erinnert an Apples Bemühungen, Leute in seinem Safari-Universum zu halten. Der Artikel fasst Microsofts Maßnahmen, die Reaktionen anderer Akteure und die verschiedenen Standpunkte zusammen.
Wer ist beteiligt und was sagen sie?
Im Mittelpunkt stehen die großen Tech‑Konzerne Microsoft, Google und Apple. Microsofts Edge-Browser ist das Herzstück der aktuellen Kampagne, die jetzt stärker auf Sicherheit setzt. Die Konkurrenz kommt von Google Chrome, der auf derselben Chromium-Plattform basiert (die Open‑Source‑Basis, auf der Chrome und viele andere Browser aufbauen). Früher hat Microsoft die Gemeinsamkeiten betont — jetzt rückt man die Sicherheitsfunktionen von Edge in den Vordergrund.
Microsoft präsentiert Edge als einen “All-in-One”-Browser, der Nutzer mit Funktionen wie privatem Surfen, Passwortüberwachung und Schutz vor Online-Bedrohungen locken soll. Laut Windows Report und anderen Kanälen gibt es etwa ein neues Banner, das erscheint, wenn die Chrome-Download-Seite in Edge geöffnet wird. Ein Klick auf den „Jetzt sicher surfen“-Button führt auf eine spezielle Online-Sicherheitsseite.
Kritische Stimmen und die Sicherheitslage
Die Debatte ist nicht einfach: Die Browser Choice Alliance wirft Microsoft vor, mit „irreführenden Botschaften über Browsersicherheit“ die Nutzerwahl zu beeinflussen, und fordert das Ende der Kampagne. Zugleich betreffen viele der aktuellen Chrome‑Schwachstellen offenbar auch Edge — eine Tatsache, die Microsoft offenbar nicht in den Vordergrund stellen will.
Cybersecurity News meldet, dass Google kürzlich eine große Welle aktiver Zero‑Day‑Schwachstellen im Chrome-Browser behoben hat (Zero‑Days sind Schwachstellen, die vor der Veröffentlichung bereits aktiv ausgenutzt wurden). Dabei wurden acht kritische Fehler gepatcht, die weltweit Milliarden von Nutzern bedrohten. Diese Schwachstellen haben einen durchschnittlichen CVSS‑Wert von 8,5 (CVSS = Common Vulnerability Scoring System) und gelten damit als hoch. Zusätzlich warnt Google vor zwei neuen sehr schweren Speicher‑Schwachstellen.
Während Google die Probleme behebt, hinkt Microsoft mit seinen Patches mindestens 48 Stunden hinterher. Microsoft bestätigt, dass man die Chromium‑Sicherheitsupdates kennt und an einem Fix arbeitet. Die Bedrohungslage bleibt ernst, da „hochentwickelte Bedrohungsakteure, einschließlich staatlich geförderter Gruppen und kommerzieller Überwachungsanbieter“, als Gefahr genannt werden.
Wie Microsoft kommuniziert — und was das bewirkt
Microsoft setzt in seiner Werbung zunehmend auf Sicherheitsthemen und verzichtet dabei auf frühere, eher technische Argumente. Neue UI‑Elemente wie das erwähnte Banner und der „Jetzt sicher surfen“-Button sind Teil dieser Strategie. „Microsoft konzentriert sich jetzt auf Schutz“, sagt Windows Report — ein Hinweis darauf, dass der Browser‑Wettbewerb zunehmend unter dem Deckmantel der Nutzersicherheit geführt wird.
Chrome bleibt zwar der „weltweit beliebteste Browser“, doch Microsoft versucht aggressiv, Edge zu stärken. Der Konkurrenzkampf wird härter, und beide Seiten setzen Mittel ein, um Marktanteile zu gewinnen. Für Nutzer macht das die Lage unübersichtlicher und erschwert klare Entscheidungen.
Der Wettstreit um die Vorherrschaft im Browsermarkt hat tiefgreifende Folgen für die Wahlfreiheit der Nutzer und deren Sicherheit im Netz. Microsofts aktueller Schritt, die in vielen Augen kritikwürdige Kampagne, richtet erneut den Blick auf Datenschutz und Sicherheit im digitalen Raum. Es bleibt offen, wie stark Nutzer auf Microsofts Ansprache reagieren und ob das Unternehmen dadurch dauerhaft Marktanteile zurückgewinnen kann.